Infos für Südamerika

  • Grenzübergänge
  • Straßenzustand
  • Kontrollen unterwegs
  • Reisen-Fahren
  • Höhenanpassung
  • Reisen mit Tieren

Die Abläufe an den Grenzübergängen sind fast überall in Südamerika gleich. Jedoch gibt es im Bereich der Fitozoosanitario unterschiedliche Handhabungen, die je nach Land wechseln können. Die wohl strengsten Bestimmungen und Kontrollen hat Chile. Auf die Besonderheiten weise ich beim jeweiligen Grenzübergang hin.

Es sind immer drei Schritte / Abläufe zu erledigen.

1 - Migraciones: Vorlage der persönlichen Dokumente
2 - Aduana: Deklaration ob etwas zu verzollen ist, sowie die Fahrzeugdaten
3 - Fitosanitario: Kontrolle von Pflanzen / Tieren / Lebensmitteln usw.

Es gibt an den verschiedenen Grenzübergängen manchmal andere Zahlenfolgen ( 1 bis 5 oder ähnlich ), lass dich dadurch nicht verwirren. Die Abläufe wie oben aufgeführt bleiben gleich, es kann Unterteilungen bei Migraciones oder/und Aduana geben.

Hinweis: An den Grenzübergängen zwischen Chile und den Nachbarländern sind die Lebensmittelkontrollen sehr streng. Im jeweiligen Formular immer ankreuzen das du Lebensmittel dabei hast. Es gibt zwar einschlägige Bestimmungen, jedoch ist vieles Auslegungssache.

Hier in Südamerika gibt es jede Form von Straßen, angefangen bei best präparierten Autobahnen bis hin zum verschlammten Erdweg, der kein passieren mehr zuläßt. Und das gilt für fast jedes Land. Der Unterschied liegt lediglich darin, wie viel von jedem. Wenn man sich außerhalb der Ballungszentren bewegt, erfordert der Straßenzustand immer erhöhte Aufmerksamkeit. Jedoch auch in den Ballungszentren gibt es, je nach Land, schlimme Straßenzustände.

Die Überlandstraßen sind im Regelfall asphaltiert. Dennoch ist jederzeit mit Schlaglöchern oder Absenkungen bzw. Verschiebungen des Asphalts zu rechnen. Ebenfalls ist vor oder in Ortschaften mit Lomas (Schwellen) zu rechnen. Diese werden oft nicht angekündigt bzw. sind nicht markiert. In Ortschaften, abseits der Hauptstraßen, gibt es des Öfteren einen abrupten Wechsel von Asphalt / Kopfsteinpflaster oder Erde. Ein Thema für sich sind freilaufende Tiere auf den Straßen. Insbesondere des Nachts, wenn Tiere auf dem warmen Asphalt ruhen und kaum zu erkennen sind.

Viele Straßen (je nach Land und Region) sind jedoch Erdstraßen (Lehm, Sand, Steine oder Mischungen davon). Rote Erdstraßen sind bei Regen mit besonderer Vorsicht zu befahren bzw. zu meiden. Schlimmer als Glatteis – haltlos. Da hilft auch kein 4 × 4.

4 x4 ???

Schön zu haben, jedoch nicht notwendig. In 99,5 % aller Fälle kommt man ohne Allradantrieb aus. Egal in welchem der Länder Südamerikas, in den abgelegensten Ortschaften findet die Versorgung der Märkte und Geschäfte mit handelsüblichen Leicht- oder größeren LKW statt. Egal ob in Argentinien in der Pampa, in Bolivien, Peru und Chile in den Anden, die fahren und kommen fast überall hin, der Rest geht zu Fuß, mit dem Esel oder Ochsengespann.

Was hilfreich ist:
- hohe Bodenfreiheit
- AT- oder MT-Reifen
- bei schwierigen Passagen, zu Fuß Erkundung
- nicht bei jedem Wetter fahren zu wollen



Aus dem wahren Leben

Fuhr ein Paar mit ihrem Expeditionsmobil den Cerro Acati hinauf. Auf dem letzten Steilstück sagt er zu ihr: "Tolle Strecke – eine Herausforderung für Mensch und Fahrzeug." Ein paar Meter weiter – schauen sie auf einen ganz normalen PKW, der rechts auf dem Parkplatz steht.

PKW auf dem Cerro Acati

Polizeikontrollen finden in Südamerika viel öfter statt als man das von Europa her kennt. Ob die Kontrollen der Pflichterfüllung dienen oder dazu das Gehalt aufzubessern, ist von Land zu Land und von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Seitdem ich eine Dashcam sichtbar installiert habe, sind die Damen und Herren in Uniform deutlich zurückhaltender geworden.

Eine Besonderheit in Argentinien ist das auch mitten im Land Lebensmittelkontrollen stattfinden.

Absonderlichkeiten:
So wird manchmal in Argentinien von der Straßenpolizei der Nachweis des Leichentuches verlangt, nicht vorhanden - hohe Strafe.
Oder in Zeichen von der Pandemie (Covid-19), ein negativer PCR-Test, nicht vorhanden - hohe Strafe.
Die Gesetzeshüter zeigen oft ein hohes Maß an Kreativität. Lass dich nicht ins Bockshorn jagen, gesunder Hausverstand ist angesagt.

Laut den jeweiligen Ministerien gibt es folgende Bestimmungen für Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Paraguay, Uruguay (in den angrenzenden Ländern wird es ähnlich sein).

Gegenstände, die im Auto mitgeführt werden müssen/sollen
-Feuerlöscher (mit Druckkontrolle und in Reichweite des Fahrers) mit gültiger Prüfplakette
-Warndreieicke (meist 2)
-reflektierende Warnwesten (2)

-Erste-Hilfe-Kasten
-Wagenheber mit Radmutterschlüssel
-Ersatzrad
-Luftpumpe und Druckprüfer

Angelegter Sicherheitsgurt und auch tagsüber fahren mit Ablendlicht.

Wichtig ist immer ruhig und gelassen bleiben und viel Zeit zu haben.

Wenn du merkst das die Kontrolle eher in Richtung Bereicherung als Ordnungswidrigkeit geht, ein kleiner Trick der hilfreich sein kann. Wenn du dir folgendes auf eine kleine Karte ausdruckst. Aber erst nach fruchtloser Diskussion mit Händen und Füßen anbringen bevor das Knöllchen geschrieben wird.

In Spanisch:
Lamento no entender su idioma lo suficiente.

Un empleado de la embajada en
Alemania* me ha señalado que todas las autoridades oficiales (como la policía) cuando entregan documentos a personas que no son suficientemente poderosas en el idioma del país tienen que adjuntar una traducción oficial en el idioma del extranjero. De lo contrario, el documento no tiene validez legal.

Por favor, dame la traducción en mi idioma, para que entienda de qué se trata. Sólo así puedo ver mi error y pagar la multa.


Übersetzung in Deutsch:
Es tut mir leid, dass ich Ihre Sprache nicht ausreichend gut verstehe.

Ein Mitarbeiter der Botschaft in
Deutschland* hat mich darauf hingewiesen das alle offiziellen Behörden (wie z.B. Polizei) bei Übergabe von Schriftstücken an Personen, die der Landessprache nicht ausreichend mächtig sind eine offizielle Übersetzung in der Sprache des Fremdem beizufügen haben. Ansonsten hat das Schriftstück keine rechtliche Gültigkeit.

Bitte geben Sie mir die Übersetzung in meiner Sprache, damit ich verstehe worum es geht. Nur dann kann ich unter Umständen mein Unrecht einsehen und die Strafe bezahlen.

*Alemania / Deutschland kann durch jedes andere Land ersetzt werden.

Wenn du "Scheiße" gebaut hast - dann stehe dazu! Es geht dann nur noch um die Frage ob die Strafe angemessen ist.

Reisetempo

Das nachstehende sind unsere Erfahrungen, mit denen wir gut zu Recht kommen. Bei der Kalkulation der zu fahrenden Strecken und der möglichen Zeitdauer sind im Mittel einen Stundenschnitt von 50 Kilometern angebracht. Wobei es Wege gibt da sind 10 Kilometer in der Stunde schon zu viel. Wir geben bei den Strecken die Reisezeit an die wir benötigt haben, also die Fahrzeit inklusive der Pausen.

Es gibt sicherlich Tage und Strecken wo man Kilometer machen will / kann. Das ist jedoch sehr stark vom Wetter und jeweiligen Zustand der Straße abhängig. Je nach Strecke hast du im Regelfall als Fahrer nicht die Möglichkeit des Sightseeing, ständige Aufmerksamkeit auf den Weg ist angesagt. Daher, öfter mal Pause machen.

Durchschnittswerte für die Reisekalkulation:
Mit 50 Kilometer pro Stunde bist du gut dabei.
Für die Gesamtreise als Tageswert nicht mehr als 100 Km.

Beispiel:
Du hast sechs Monate / 180 Tage Zeit zum Reisen, dann sollte die Streckenplanung maximal 18.000 Kilometer betragen.

Navigation

Es gibt mittlerweile viele Hilfmittel um sich auch in unbekannten Terrain zurecht zu finden. Wir nutzen die App Osmand Plus über ein Tablett und sind damit sehr zufrieden.

Vorteile
-sehr detaillierte Karten ( Höhenlinien,usw.)
-einstellbar auf persönliche Bedürfnisse
-auch ohne Internetverbindung nutzbar

Zur Sicherheit, bei möglichem Geräteausfall, nutzen wir die Karten von Reise KnowHow. Sie sind stabil, abwischbar und der Maßstab ist praktikabel.

Für Chile gibt es es für einzelne Regionen die Mapa Turistico von COPEC. Diese sind bei https://www.das-landkartenhaus.de zu bekommen. Dort gibt es eine große Auswahl an Karten - weltweit.

Höhenanpassung-Andenländer

Ich empfehle sich mit dem Thema näher auseinander zu setzen, wenn die Anden in der Reiseplanung vorgesehen sind. Es ist aus meiner Sicht fatal wegen Unkenntnis oder mangelnder Vorbereitung im Extremfall die Gesamtreise abbrechen zu müssen und ernsthaft zu erkranken.

Ein bißchen Geographie: Die Anden erstrecken sich entlang der Westküste Südamerikas von Venezuela über Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Argentinien und Chile. Mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von 7500 Kilometern von den Tropen bis weit in die Außertropen übertreffen sie die Rocky Mountains Nordamerikas (4800 km) um etwa die Hälfte und haben fast die doppelte Ausdehnung des Himalaya-Karakorum-Hindukusch-Systems in Asien mit seinen 4400 Kilometern. Im Süden und in Ecuador sind sie bis 200 km breit. Zwischen Arica (Chile) und Santa Cruz de la Sierra (Bolivien) beträgt die Ost-West-Ausdehnung über 600 Kilometer. Der hächste Berg ist der Aconcagua mit 6961 Metern.

Es gibt diverse Höhenstufen denen besonders bei Reisen mit schnellen Verkehrsmitteln erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken ist.

1500 - 3000 m Mittlere Höhen - Akklimatisation erforderlich,

3000 - 5500 m Große Höhen - Akklimatisation erforderlich, vollständige Dauerakklimatisation möglich,

5500 - 8848 m Extreme Höhen - vollständige Akklimatisation unmöglich,

Eine Akklimatisation ist auf jeden Fall ab der persönlichen Höhenreizzone erforderlich. Von dort an ist eine konsequente Höhentaktik erforderlich, um später schwere Höhenprobleme zu vermeiden. Diese persönliche Schwelle liegt irgendwo zwischen etwa 2000 und 3000 m Schlafhöhe und bleibt das ganze Leben über - ein gesundes Atem-Herz-Kreislauf-System vorausgesetzt - gleich.
Von dieser Höhe an bis etwa 5500 m Schlafhöhe erfolgt jede Akklimatisation stets in Stufen: Nach erfolgter Anpassung an eine erreichte Höhe ist man nur für diesen Höhenbereich akklimatisiert, also wieder voll belastbar und weitgehend frei vom Risiko einer Höhenkrankheit. Das bedeutet in der Praxis dass der Akklimatisationsprozess wegen der ständig wechselnden Höhenbereiche nie solide abgeschlossen sein kann.

Die folgenden vier wichtigsten höhentaktischen Regeln sollte man sich besonders gut einprägen - je konsequenter man sie in der Anpassungsphase beachtet, desto besser gelingt die Höhenanpassung:

• Nicht zu schnell zu hoch
• Keine intensiven Anstrengungen
• Möglichst tiefe Schlafhöhe
• Nie mit Symptomen weiter hoch

Merke:
Oberhalb der persönlichen „kritischen Höhe“ kann Jeder höhenkrank werden und sogar daran sterben, solange er nur schnell genug hoch genug steigt.

Umfassende Information zum Thema gibt es im Buch Alpin- und Höhenmedizin von Franz Berghold u.A.. Hier informieren namhafte Alpin- und Höhenmedizinexperten.

Bei Bedarf gerne mehr per E-Mail.

oder hier:
Merkblatt Höhenanpassung [36 KB]
Merkblatt Pulsoximeter [78 KB]

Allgemein
Für fast alle Grenzübertritte mit Tieren benötigt man in Südamerika einen Internationalen Impfausweis. Die Hauptkriterien die dabei zu erfüllen sind, wären Parasitenbehandlung ( innerlich / äußerlich ) und Impfung gegen Tollwut.

Die Zeitperioden von der Behandlung bis zur Ausstellung des Impfausweises variieren je nach Land. Da macht es Sinn sich vorher auf der jeweilgen Webseite des Tiergesundheitsdienstes zu erkundigen. Unten die Web-Adressen der Tiergesundheitsdienste von Paraguay, Argentinien, Chile und Bolivien.

Zur Übersetzung empfehle ich die Seite https://www.deepl.com/translator

PY in die Nachbarländer
Wenn man von Paraguay nach Argentinien reist, benötigt man das Impfbuch ( hier ist die Tollwutimpfung vorgeschrieben, sowie die Parasitenbehandlung intern/extern). Von einem von der SENACSA zugelassenen Tierarzt (Veterinario) ist ein Certificado de Inspección Clínica zu erstellen (per Computer, nicht handschriftlich).

Damit, und einer Kopie des Ausweises oder des Reisepass, geht es dann nach Asuncion zur SENCSA. Diese erstellt dann das Certificado Veterinario Internacional (CVI). Es gibt in ganz Paraguay nur diese eine Stelle.

Adresse: in Google-Maps SENACSA-Digesit eingeben (Ruta Mcal. José F. Estigarribia km 10, San Lorenzo).

Details in Castellano auf http://www.senacsa.gov.py/index.php/Temas-pecuarios/viajar-con-mascotas

Wenn man von PY nach AR mit dem Internationalen Impfausweis einreist und man Argentinien als Transitland nutzt, ist es hilfreich mit den Leuten von der Fitosanitario zu reden. Diese verlängern auf Wunsch die Gültigkeit des Internationalen Impfausweises von 10 auf 45 Tage.

Argentinien:
Der Tiergesundheitsdienst heißt hier SENASA
https://www.argentina.gob.ar/senasa

Chile:
Der Tiergesundheitsdienst heißt hier SAG
https://www.sag.gob.cl

Bolivien:
Der Tiergesundheitsdienst heißt hier SENASAG
https://www.senasag.gob.bo

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