unsere Tour - Ruta Jesuitica

September 2020

Vorwort
Die Tour wird wohl zu einer Reise ins blaue. Aufgrund der Coronamaßnahmen im Land und der widersprüchlichen Aktionen und Aussagen sind konkrete Informationen nicht zu bekommen. Über Nacht kann es passieren, dass ein Bürgermeister seine Stadt zu macht und die Zufahrtsstraßen blockiert. Ist zwar gegen das Gesetz, aber wenn du da gerade durch möchtest – Pech gehabt.

Innerhalb weiter Kreise der Bevölkerung herrscht eine kaum vorstellbare Angst vor dem Virus. Ursachen sind die einseitige Propaganda, Unwissenheit über Zusammenhänge und Falschinformationen. Aufgrund der teilweise hektischen Anordnungen der Regierung, der Departementsverwaltungen und auch Städte, weiß kaum noch jemand was wirklich konkret gültige Verordnung ist. Wir werden uns trotzdem auf den Weg machen, wobei wir unter Umständen sehr flexibel agieren müssen. Die Reise wird also wahrscheinlich einen anderen Verlauf nehmen wie auf der Karte angedacht.

unsere Tour

Wir starten in Mbocayaty über Villarrica in Richtung Paraguari. Von dort über die Ruta 1 nach Süden über Villa Florida, San Juan Bautista nach San Ignacio Guazu.

Es ist noch Winter, der dieses Jahr sehr trocken ist und wir vermissen die landestypische grüne Vegetation. Die Strecke zieht sich und das Auge findet wenig Abwechslung. Der Straßenzustand ist gut, mit Ausnahme der Strecke zwischen Villarrica und Paraguari. Nach 253 Kilometern kommen wir nach 4,5 Stunden Fahrtzeit in San Ignacio an.

Um uns langsam an das mobile Reisen zu gewöhnen haben wir als erste Station / Stellplatz das Hotel Rural - Country Club gewählt. Neben dem Hotelbetrieb gibt es ein Areal für Reisemobile. Stellplatzbeschreibung: fester Rasenuntergrund, schattig, auch für große Reisemobile geeignet. Stromanschluß, WiFi, Trinkwasser, die Einrichtungen des Hotels (Duschen, Toiletten, usw.) können mit genutzt werden. Die Besitzer sind sehr freundlich und hilfsbereit.

Hier im Departemento Misiones sind aufgrund der Covid-19-Pandemie viele der touristischen Attraktionen immer noch geschlossen. Jedoch ist es uns aufgrund der Hilfe von Señor Gustavo (Chef vom Hotel Rural) gelungen Teile der Reduktionen in San Ignacio (Museo Diocesano) und Santa Rosa (Capilla Virgen de Loreto, Campanario-Torre Jesuítica) zu besichtigen. In Santa Maria blieben die Einrichtungen geschlossen.

Unsere Reise geht weiter Richtung Santiago de Apostol, jedoch auch hier sind die geschichtsträchtigen Bauwerke noch nicht zu besichtigen. Wir entschließen uns mit der Ruta Jesuitica zu pausieren und fahren zum Rio Parana. Durch den Yacyreta Staudamm ist eine interessante Seen- und Flußlandschaft entstanden. Wir wollen nach Ayolas, Coratei und Cerrito fahren und vor Ort entscheiden wo wir unser Lager aufschlagen. Wir sind bis Cerrito gefahren, weil man uns den Strand am Rio Parana als besonders schön empfohlen hatte. Von San Ignacio nach Cerrito sind es 171 Km, unsere Reisezeit waren 5 Stunden.

Die Strecke von Coratei bis Cerrito ist nicht gut zu befahren (20 Km schlechtes Kopfsteinpflaster, 34 Km Sand / Feinsand, 30 Km Waschbrett / Ripio ). Siehe Bilder auf der rechten Seite. Aufgrund der Covid-19 Maßnahmen wurden wir in Cerrito von der Polizei unfreundlich empfangen (Tourismus ist verboten und man drohte uns mit Anzeige wegen angeblichem Verstoß gegen die Covid-19 Gesetzgebung). Ich konnte dagegen halten weil die Gesetze etwas anderes aussagen und wir uns geeinigt haben, das wir am nächsten Tag zurück fahren. Alle Strände, Aussichtspunkte verriegelt und geschlossen mit Hinweise auf Covid-19. Herr laß Hirn vom Himmel regnen. Hier weis die Linke nicht was die Rechte tut, und der Versuch evtl. dezent Schmiergelder zu pressen ist ja nicht unüblich.

Also dann alter Plan - nach San Cosme y Damian (Departamento Itapúa). Für die 148 Kilometer von Cerrito nach San Cosme y Damian haben wir 5 Stunden Reisezeit gebraucht (siehe vorherigen Absatz). Nach Ankunft, welch ein Unterschied der Behandlung. Die Mitarbeiter von der Muncipalidad und der Senatur waren sehr freundlich und hilfsbereit. Man wies uns einen kostenfreien Stellplatz direkt an der Reduccion zu (Toiletten vorhanden) und am nächsten Tag haben wir eine interessante und aufschlußreiche Führung in der Reduccion erhalten (Geschichte, Hintergründe, Zusammenhänge, Traditionen) sowie das Astronomische Zentrum (sehenswert). Nach der Besichtigung in San Cosme fuhren wir weiter bis nach Hohenau (117 Km und 2 Stunden Reisezeit). Von hier aus werden wir die Reduccionen in Trinidad und Jesús de Tavarangüe besuchen.

In Hohenau befindet sich der Parque Manatial, ein 220 Hektar großes Gelände mit Restaurant, Gästehäusern, Schwimmbädern und bietet unterschiedliche Freizeitaktivitäten. Stellplatzbeschreibung: fester Rasenuntergrund, auch für große Reisemobile geeignet, verschiedene Stellplätze, auch schattig, Strom, Wasser, schnelles Internet und Zugang zu den Einrichtungen des Platzes (Toiletten, Duschen, usw.) Insgesamt eine sehr gepflegte und ruhige Anlage inmitten der Natur und doch nahe der Stadt Hohenau.

Von hier aus besuchen wir zuerst in Trinidad (7,5 Km) die Reduccion La Santísima Trinidad de Paraná. Die Anlage ist groß und zeigt vielfältige Aspekte dieser Epoche auf. Im Zugangsbereich wird ein kurzer Film über die Zusammenhänge und Historie gezeigt (auch in deutscher Sprache), danach gibt es einige Hinweise durch einen Führer und dann kann man selbständig die gesamte Reduccion erkunden. Das Gesamtkonzept und die verschiedenen Gebäude geben ein beeindruckendes Zeugnis über diese Epoche.

Die Reduccion Jesús de Tavarangue (18 Km von Hohenau) war die letzte die in Paraguay begonnen jedoch nie vollendet wurde. Die Mission wurde 1685 gegründet, die Gebäude bzw. Kirche erst um 1756 begonnen. Sie war eine der größten dieser Epoche mit 70 m Länge und 24 m Breite. Auch hier ist das Gesamtkonzept der Reduccion gut sichtbar und gut erhalten. In den Abendstunden wird eine zusätzliche 3D-Projektion innerhalb der Kirche, oberhalb des Altar gezeigt.

Heute, am 12ten Reistag treten wir die Heimreise über Bella Vista, San Pedro de Parana, Yegros und Villarrica an.

Tour: Ruta Jesuitica

Tour Ruta Jesuitica

Reinfall Cerrito

Cerrito nach San Cosme y Damian

Kopfsteinpflaster

Sandpiste

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